Auf den Anschluss kommt es an - Frage zu den ESMs

      Auf den Anschluss kommt es an - Frage zu den ESMs

      Hallöchen Forum,

      ich bin neu hier und freue mich, euch gefunden zu haben!
      Heute richte ich mich an euch, da ich mit meinem Wissen und dem der Anderen anstehe und die SuFu kein Ergebnis herausgeworden hat.

      Es geht um Folgendes: Ich habe hier in Österreich einen digitalen Fernseh/Internet Anschluss der Liwest genommen. Laut dem Techniker musste ich mich bei der Erstinstallation entscheiden, wo die Empfangsdose installiert weredn sollte. Ich entschied mich fürs Wohnzimmer, welches in der Mitte meines 3stöckigen kleinen Häuschens ist. Grundidee war der Fernseher vor Ort und die Möglichkeit der mittigen Abstrahlung des WLAN Netzes. :thumbsup:
      Von früher her war jedoch die koaxiale Verkabelung auch im oberen Stockwerk vorhanden. Damals haben sie also einfach das Kabel miteinander verbunden und das wars. Mir wurde auch zur Auskunft gegeben, dass es auch nichts bringen würde, im Schlafzimmer eine Durchgangsdose zu installieren, weil es technisch nicht möglich sei, hier ein Signal zu entnehmen...
      Ich habe mich danach trotzdem ein wenig schlau gemacht, die Verbindung wieder gelöst und verschiedene Durchgangsdosen durchprobiert. Zuletzt liefert eine TechniSat RV600 das beste Ergebnis, gleichzeitig habe ich aber auch eine ESM 41 und eine ESM 42 probiert. Also konnte ich nun auch oben prima fernsehen und somit war die Auskunft durch den Techniker für die Katz! :evil:

      Jetzt wurde eine allgemeine Systemrevision bei Liwest (Verstärker ersetzt/weggenommen, neue Schaltschränke, teilweise neue Verkabelungen,...) vorgenommen und das Bild oben an der Durchgangsdose ist bei manchen Sender einfach weg oder es ist nichts zu mehr erkennen (Ton geht) oder schlimmstenfalls zeigt der Sender "kein Signal oder schlechter Empfang"!
      Das ich aufgrund der enormen Kabellänge >30m zwischen mir und dem Kabelanschlussverteiler schon von Haus aus eine ziemlich schlechte Signalqualität habe/hatte plus dem neuen Umstand an der Durchgangsdose, habe ich aufgrund Markenhomogenität wieder auf die ESM 42 gewechselt. Der Empfang oder eben "Nichtempfang" blieb jedoch gleich! ?(

      ICH FASSE ZUSAMMEN:

      Verkabelung: Schaltschrank Liwest (gemessen 100% Signalabgabe <3 ) -> ca. 30 Meter Zuleitung (FREILEITUNG!!!!) (durchs Dach eingeführt) -> Verbindung (Kompressionsstecker) zur alten Verkabelung -> Schlafzimmer Durchgangsdose ESM 42 (ca. 7 m Kabel) -> Wohnzimmer ESM 40 Enddose (ca. 7m Zuleitung)
      - an der ESM 40 Enddose hängt das Modem und ein Fernseher - beides funktioniert vollumfänglich, jedoch mit sehr schlechten und instabilen Messpegeln
      - an der ESM 42 Durchgangsdose ist ein Fernsehgerät angeschlossen, an welchem nur die Pro7/Sat 1 Programme empfangbar sind

      :?: Also meine Lieben, was kann ich tun - was soll ich von der Liwest einfordern - was kann ich zwecks Dosen verändern/verbessern? :?:

      Ich bedanke mich schonmal fürs lesen und freue mich auf viele Vorschläge!
      Liebe Grüße aus dem tiefverschneiten Österreich

      Christoph

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Nikita“ ()

      Hallo Christoph, Willkommen im Forum!

      Vor der Antwort habe ich erst einmal geschlafen, damit die ob deiner Vorgehensweise nicht unfreundlicher ausfällt. ;)

      Nikita schrieb:

      Von früher her war jedoch die koaxiale Verkabelung auch im oberen Stockwerk vorhanden. Damals haben sie also einfach das Kabel miteinander verbunden und das wars.

      Gänzlich ohne Fach- und Normenkunde sowie Messequipment wie du werden die Erstinstallateure nicht im Blindflug installiert haben. Antennentechnik ist jedenfalls nicht so einfach wie das manche fachfremden Laien glauben und schon ohne interaktiven Rückkanalbetrieb komplex.

      Nikita schrieb:

      Ich habe mich danach trotzdem ein wenig schlau gemacht, die Verbindung wieder gelöst und verschiedene Durchgangsdosen durchprobiert. Zuletzt liefert eine TechniSat RV600 das beste Ergebnis, gleichzeitig habe ich aber auch eine ESM 41 und eine ESM 42 probiert. Also konnte ich nun auch oben prima fernsehen und somit war die Auskunft durch den Techniker für die Katz! :evil:

      TechniSat RV 600 Dosen sind umgelabelte KATHREIN ESU 3x mit unterschiedlichen Auskoppeldämpfungen von 10, 14 und 17 dB für Unicable-Betrieb. Die Dose passt egal mit welcher Auskoppeldämpfung zu BK-Anlagen wie der Faust aufs Gretchen. :rolleyes:
      ESM 41 ist ein breitbandige Modem-Richtkoppler-Durchgangssteckdose mit 14 dB Auskoppeldämpfung. Für eine interaktive BK-Anlage passend, aber auch nur wenn aus der noch normkonforme Teilnehmerpegel heraus kommen.
      ESM 42 hat angepasst nur noch 10 dB Auskoppeldämpfung und wäre nach einer ESM mit normkonformen Pegeln grundsätzlich richtig, muss aber mit Abschlusswiderstand terminiert sein.

      Nikita schrieb:


      Verkabelung: Schaltschrank Liwest (gemessen 100% Signalabgabe <3 ) -> ca. 30 Meter Zuleitung (FREILEITUNG!!!!) (durchs Dach eingeführt) -> Verbindung (Kompressionsstecker) zur alten Verkabelung -> Schlafzimmer Durchgangsdose ESM 42 (ca. 7 m Kabel) -> Wohnzimmer ESM 40 Enddose (ca. 7m Zuleitung)
      - an der ESM 40 Enddose hängt das Modem und ein Fernseher - beides funktioniert vollumfänglich, jedoch mit sehr schlechten und instabilen Messpegeln
      - an der ESM 42 Durchgangsdose ist ein Fernsehgerät angeschlossen, an welchem nur die Pro7/Sat 1 Programme empfangbar sind

      1. Pegel werden nicht in Prozent sondern mit kalibrierten Antennenmessgeräten in dB(µV) gemessen.
      2. Stammleitungsenden müssen entweder mit Durchgangsdosen nebst Abschlusswiderstand oder bereits intern terminierten echten Enddosen impedanzgerecht abgeschlosssen sein. Nicht terminierte Stich-/Einzeldosen wie die ESM 42 werden zwar von weniger fachkundigen Anbietern fälschlich als Enddosen bezeichnet, sind aber KEINE.
      3. Stich-/Einzeldosen an Stammenden sind fachliche Todsünden. Damit werden an den vorgeschalteten Durchgangsdosen partielle Schneisen ins Spektrum geschlagen und bei wohnungsübergreifender Installation ist auch die Teilnehmer-Entkopplung zu niedrig.

      Nikita schrieb:


      :?: Also meine Lieben, was kann ich tun - was soll ich von der Liwest einfordern - was kann ich zwecks Dosen verändern/verbessern? :?:

      Ich bedanke mich schonmal fürs lesen und freue mich auf viele Vorschläge.

      Du hast Glück gehabt, dass dieser fachliche Blindflug nach dem Motto "Je weniger Fachkunde umso weniger Skrupel" keinen Ingress und keine teure Störungsmeldung verursacht hat.

      Antennenpegel sind kein Perpetuum Mobile und dass man Antennensteckdosen nicht wie Schukosteckdosen nur aneinanderreihen kann, hast du schon selbst bemerkt. Wo weder die Wohnungseingangspegel an der Originaldose (Type?) noch die spezifische Kabeldämpfung oder die bei 30 m erwartungsgemöß problematische Pegelschräglage bekannt ist, versagt jede Glaskugel.

      Mein Tipp: Lass besser weitere unqualifizierte Experimente mit falschen oder womöglich auch verpolt angeschlossenen Durchgangsdosen (an ESM 42?) bleiben und wende dich diesbezüglich an deinen Netzbetreiber Liwest. Die wissen nämlich was sie tun und was bei einer 30 m langen Stammleitung mit 3 Dosen an höherer Verstärkung und Preemphase im BVT oder mittels Linienverstärker nötig ist.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Dipol“ ()

      Hallo Forum!
      Hallo Dipol!

      Danke erstmals deines warmen Empfangs - den ich aber auch irgendwo verstehen kann.... :)
      Zuallererst möchte ich mich aber auch wirklich bedanken für deine Analyse und bereitgestellten Folien - sehr aufschlussreich! Und ja, du hast es richtig erfasst, meine Kenntnisse der Empfangstechnik sind leider sehr rudimentär, da ich Maschinenbauer bin und der Elektrotechnikzweig meiner damaligen Ausbildung nur Stromverkabelungen und Schaltpläne beinhaltete!

      Nichts desto trotz muss/kann ich mich aus der unterstellten Verantwortung stehlen, da der ursprüngliche Umbau meiner Wohung/Haus nicht von mir sondern durch einen zusammengewürfelten Polentrupp im ca. 1997er Jahr vollzogen wurden. Warum behaupte ich das? Bei der Erneuerung der Dachisolierung vor einem Jahr (durch Handwerker und meiner Unterstützung) fanden sich neben allerlei Müll und Dreck auch verschiedende Dosen und Plastikflaschen mit DATUM einfach im Trockenausbau, Zwischenräumen,uä. "verbaut" . ANSTATT DÄMMWOLLE... Das Gleiche setzte sich übrigens im Boden (Decke) fort! Deswegen spreche ich hier abermals dem Installationstrupp jegliche, wie auch immer geartete Fachkenntnis bzw. Hausverstand ab, zumal die Verkabelung ursprünglich lediglich zum terristischem Empfang über die zentrale Hausantenne verwendet wurde.
      Und, basieren auf meinen (Er)Kenntnissen erhalten im Haus meiner Urgroßmutter, Dieser selbst mit einem Kleiderbügel als Wurfantenne realisierbar war - weswegen ich an dieser Stelle Blindflug bzw. keine Erhebung bezüglich Notwendigkeiten unterstelle! ;)

      Zurück jedoch zum Grundthema:

      Die verbaute "Enddose" ESM 40 kommt von der Liwest - ob terminiert oder nicht entzieht sich meiner Kenntnis. Diese ersetzte eine Vorweltkriegs-Dose ohne nähere Bezeichnung und wurde OHNE nähere Überprüfung vorherrschender Umstände gesetzt.
      Auch zur ursprünglich, verwendete Verkabelung (Längen, Schirmungen, Dämpfungen,...) kann ich nichts sagen, da basierend auf dem, was ich von außen sehe, entweder verschiedene Kabeln zusammengebaut wurden oder Y-Verteiler/Verstärker/... sich im Mauerwerk wo befinden. Deswegen bestehen meine Angaben nur aus Schätzungen und Vermutungen.
      Fakt jedoch ist, dass ich den Trockenausbau in dieser Mietwohnung nicht mehr angreife - ich hatte schon bei diversen Umbauaktionen die ambitionierten Idee, die komplette Verkabelung zu erneuern. Da aber keine Kabelschächte/Blindschläuche oä. verwendet wurden und gleichzeitig die vorhandenen Kabel durch Winkel und andere Befestigungen sich nicht ausziehen liesen, muss ich wohl oder übel mit dem Vorhandenem leben und im Trüben fischen.
      Gleichzeitig kann ich auch zwecks verwendenter Topologie nur auf deren "Geiz ist Geil" Mentalität bauen und gehe von einer Reihen/Linien Verkabelung aus - sollte iwo ein Y-Verteiler eine Baumtopologie darstellen, kann ich sowieso einpacken... Einen Stern schließe ich jedoch aus.

      Zusammengefasst kann ich dich nur eine grobe Abschätzung bitten:

      Wider deiner Annahme habe ich nur 2 Dosen verbaut - eine im Schlafzimmer (Dachboden) und eine im Wohmzimmer (einen Stock darunter.

      Aufbau aktuell: ca. 30m Zuleitung (Freileitung) kommt

      - über das Dach
      - im Dachstuhl zur "interen, unveränderlichen und nicht näher bekannten" Verkabelung <- mehr oder weniger zugänglich
      - zur einzigen (Durchgangs)Dose (meine) ESM 42
      - zur einzigen (End)Dose ESM 40 - verbaut ohne weitere Messung by Liwest

      Basierend auf diesen sehr wenigen Fakten unter Berücksichtigung deiner Erfahrung, der enormen Zuleitungslänge aber dem Umstand, dass es zuvor funktioniert hat - welche Dosen würden DU an meiner Statt aus dem Bauch heraus anschaffen bzw. zum VERBAU bereit legen, da Liwest oder besser gesagt die EBG alsbald kommen werden, um die Zugangsleitung zu ersetzen

      Vielen lieben Dank nachwievor
      Christoph

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Nikita“ ()

      Nikita schrieb:


      Die verbaute "Enddose" ESM 40 kommt von der Liwest - ob terminiert oder nicht entzieht sich meiner Kenntnis. Diese ersetzte eine Vorweltkriegs-Dose ohne nähere Bezeichnung und wurde OHNE nähere Überprüfung vorherrschender Umstände gesetzt.

      Die ESM 40 ist eine Einzelanschlussdose und am Ende einer Stammleitung nach einer oder mehreren Durchgangsdosen eine fachliche Todsünde.

      Nikita schrieb:


      Wider deiner Annahme habe ich nur 2 Dosen verbaut - eine im Schlafzimmer (Dachboden) und eine im Wohmzimmer (einen Stock darunter.

      Aufbau aktuell: ca. 30m Zuleitung (Freileitung) kommt

      - über das Dach
      - im Dachstuhl zur "interen, unveränderlichen und nicht näher bekannten" Verkabelung <- mehr oder weniger zugänglich
      - zur einzigen (Durchgangs)Dose (meine) ESM 42
      - zur einzigen (End)Dose ESM 40 - verbaut ohne weitere Messung by Liwest
      Basierend auf diesen sehr wenigen Fakten unter Berücksichtigung deiner Erfahrung, der enormen Zuleitungslänge aber dem Umstand, dass es zuvor funktioniert hat - welche Dosen würden DU an meiner Statt aus dem Bauch heraus anschaffen bzw. zum VERBAU bereit legen, da Liwest oder besser gesagt die EBG alsbald kommen werden, um die Zugangsleitung zu ersetzen

      • Auch wenn direkte Blitzeinschläge in Gebäude objektiv selten sind, ist St. Florian auch für österreichische Katholiken ein äußerst unzuverlässlicher Schutzheiliger.
      • 30 m Koaxkabel ohne auch nur einen Potenzialausgleich der Kabelschirme oder Überspannungsschutz als "Blitzfänger" über Dach zu verlegen, geht nach ÖVE EN 69728-11 nicht mehr als Blauäugigkeit durch. Als blitzschutzkundiger RFT würde ich einen solchen Verlegeauftrag in D rundweg ablehnen und das Ansinnen der Überdachverlegung würde ich schriftlich als grobe Fahrlässigkeit bezeichnen. Dabei hat die mit Ausnahme der nationalen Vorworte textgleiche deutsche DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1):2019-02 nicht wie die ÖVE-ÖNORMEN Gesetzescharakter.
      • 30 m RG 6-Koax dämpfen das Signal auf 862 MHz um ~ 5,6 dB, 6 dB entsprechen einer Halbierung des Eingangspegels.
      • Das Norm-Pegelfenster ist in Modulationsart QAM 256 auf weite 54 bis 74 dB(µV) gespreizt, unter 54 + 3 = 57 dB(µV) sollte man planerisch nicht gehen, zumal wenn Erweiterungen der BK-Bandbreite auf 1.006 MHz und mehr nicht auszuschließen sind.
      • Die ESM 42 hat 10 bis 12,5 dB Auskoppel- und 2,3 dB Durchngangsdämpfung, die falsche "Enddose" ESM 40 hat 3,5 - 5 dB Anschlussdämpfung
      • Geht man davon aus, dass die ESM 40 fachwidrig ausschließlich als Verbinder genutzt wird und die ESM 42 verbleibt, ist am Anfang der Stammleitung ein Pegel auf 862 MHz von 54 + 3 + 5,6 + 2,3 + 5 ~ 70 dB(µV) erforderlich.
      • Bei fachgerecht abgestuften Dosenauskopplungen von 15 dB >> 10 dB >> Abschlusswiderstand (oder echte 10 dB Enddose) wäre ein Eingangspegel von ~ 82 dB(µV) erforderlich.
      • Fehlender Pegel und Schräglagenausgleich (niedrige Frequenzen werden weniger bedämpft) ist durch einen Nachverstärker im Hin- und Rückweg auszugleichen. Ohne Kenntnis von Pegeln und wahrer Dämpfung ist keine seriöse Fachberatung möglich und weitere Selbstinstallation läuft auf einen stümperhaften Blindflug, der viel Dusel erfordert, hinaus.