Sat-Anlage und Dämpfung

      Sat-Anlage und Dämpfung

      Nachdem ich meine Sat-Anlage erneuert habe musste ich feststellen,
      dass die Signalstärke etwas schwächer wurde, die Qualität jedoch (fast) gleichgeblieben ist.
      Der Spiegel ist auf max. Empfangsstärke ausgerichtet.

      Der Aufbau:
      CityCom 80 cm (alt)
      SityCom Speisesystem CCL 440 Quatro LNB (neu)
      Multischalter Kathrein EXR 156 (neu)
      Alle Verbindungen Kathrein EMK 20 Self-Install F-Stecker (neu)

      Anschlüsse:
      Enddose ESD30 3-fach SAT-Enddose (1x 15m) (neu)
      Direktverbindung (ohne Antennendose) zum EXR 156 (2x 15m ; 1x 8m) (neu)
      freie Anschlüsse am EXR mit Abschlußwiderstand

      Erneuert wurde wurden alle Koax-Kabel (Kathrein LCD 111 Koaxialkabel)
      Alle Kabelstränge sind durchgehend (keine F-Verbindungen)

      Beim UFS 925 ging die Signal-Stärke von 65% (alt) auf 56% (neu) zurück,
      die Qualität ist im Normalfall bei 100%, fällt jedoch bei schlechtem Wetter auf 85%-90% ab.

      Beim TV (Sony Bravia NX 725) liegen die Werte der Neuen Anlage bei 100% (Signal und Qualität)
      bei schlechtem Wetter gehet das Signal auf 75% und die Qualität auf 80%-90% zurück.
      Bei der Altenanlage waren die Werte durchgehend Signal und Qualität 100%.

      Mir ist bekannt, dass diese %-Werte nur Vergleichswerte sind
      und nichts mit den tatsächlichen Empfangswerten zu tun haben.
      Jedoch lassen diese Vergleichswerte den Schluss zu,
      dass die neuen Kathrein-Komponenten eine höhere Dämpfung aufweisen
      als die alten Komponenten (Speisesystem Germany Best Typ 0.1 und Multischalter Klein 5in1 KME 540 ENV)

      Was ist nun in einer Sat-Anlage Qualitativ besser,
      eine hohe Dämpfung wie bei der neuen Anlage
      oder eine niedrige Dämpfung wie bei der alten Anlage.
      UFS 925 | gekauft: Okt 2013| Firmware 1.10 B254|
      Sony KDL-40NX725 (Standfuß mit Lautsprecher)

      Der Computer ist kein Wunder, er arbeitet nur deshalb so schnell, weil er nicht denkt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „frisco“ ()

      Wenn die Dosen (vorher keine) neu sind ist das der Grund für die Dämpfung.
      Eine Leitungsdämpfung ist unerheblich, nur die Qualität ist entscheidend.
      Die Antenne sollte bei schlechtem Wetter optimal ausgerichtet werden.
      UFS 922 DiSEqC 4 Satelliten, keine HD+ oder CI+ Receiver, die haben Restriktionen anstelle von Möglichkeiten !
      Eine Leitungsdämpfung ist unerheblich, nur die Qualität ist entscheidend


      ... dahin ging meine Frage.
      Die Qualität ist top, nur bei sehr starker Bewölkung (Schnee, Regen, Hagel)
      kommt es zu Qualitätsverlust und gelegentlichem Ausfall des Signals.

      Ich dachte nur, dass durch die höhere Dämpfung auch das Signal eher ausfallen könnte.
      UFS 925 | gekauft: Okt 2013| Firmware 1.10 B254|
      Sony KDL-40NX725 (Standfuß mit Lautsprecher)

      Der Computer ist kein Wunder, er arbeitet nur deshalb so schnell, weil er nicht denkt.
      Ich dachte nur, dass durch die höhere Dämpfung auch das Signal eher ausfallen könnte.
      Nein, weil im Kabel nur gedämpft werden kann, was vorher durch einen Verstärker verstärkt worden ist.
      UFS 922 DiSEqC 4 Satelliten, keine HD+ oder CI+ Receiver, die haben Restriktionen anstelle von Möglichkeiten !

      michael55 schrieb:

      Nein, weil im Kabel nur gedämpft werden kann, was vorher durch einen Verstärker verstärkt worden ist.

      Hää????
      Jetzt kommt als nächste Frage, "Brauche ich einen Verstärker?" und "Welchen soll ich nehmen?" oder auch "Reichen 18dB oder sollen es lieber 28dB sein?"
      Richtig ist, bei großen Verteilungen wird eine eventuell notwendige Verstärkung so ausgelegt, daß alle Verteilverluste dadurch ausgeglichen werden. Nicht mehr und nicht weniger.

      Vom LNC wird ein gewisser Pegel geliefert. Bei einem 80cm CityCom dürften das so um die 75dB sein. Das reicht locker aus um 50m Kabel und eine Antennendose zu passieren und dann am Receiver immer noch einen Normpegel zu liefern. Also alles bestens und kein Grund zur Sorge.
      Problematisch wird es nur, wenn der Pegel unter Norm abfällt, dann verschlechtert sich auch die Signalqualität. Das sollte bei dir aber nicht passieren.
      Merke, zu viel ("ein zu lautes") Signal ist genau so schädlich wie zu wenig (also ein "zu leises"). Ist wie in ner Bahnhofshalle, Alle im Umfeld (das sind bei Sat die einzelnen Transponder) Quatschen vor sich hin. Du unterhälst dich mit deinem Gegenüber in der selben Lautstärke wie alle andern. Wann ist die Verständigung am besten? Wenn alle schreien? Oder flüstern? Oder wenn sie alle mit "Normpegel" reden?

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      frisco schrieb:


      Enddose ESD30 3-fach SAT-Enddose (1x 15m) (neu)

      Weil wir bei mykathrein sind, ein (nicht ganz korrekter) O-Ton aus KATHREIN-Seminaren: Es gibt keine Enddose.

      Die ESD 30 ist eine Stich-/Einzeldose, siehe KATHREIN-PDF. KATHREIN stellt schon lange keine intern mit Abschlusswiderstand terminierten Richtkoppler-Durchgangsdosen mehr her. AXING, JULTEC und WISI aber schon noch.

      focki schrieb:


      Vom LNC wird ein gewisser Pegel geliefert. Bei einem 80cm CityCom dürften das so um die 75dB sein.

      Einmal mehr: Pegel werden nicht in Prozent oder dB sondern dBµV oder unlogarithmiert in mV angegeben. Ausgehend von der Beispielkonstellation mit gemeinten 75 dBµV oder normkonform korrekt dB(µV) geschrieben, bleibt zum Norm-Teilnehmerpegel in der Sat.-ZF von 47 dB(µV) ein Dämpfungsbudget von 28 dB. Abzüglich der Dämpfungen für Steckdose und F-Stecker sowie 3 dB Sicherheitsreserve reicht der Pegel bei üblichen 55 dB LNB-Verstärkung auch im stärker bedämpften Bereich bei 2,15 GHz mit dämpfungsarmen Kabeln (30 dB/100 m) noch für 70 m, mit anderen Kabeln entsprechend weniger, mit High-Gain-LNB entsprechend weiter.

      So lange der Threshold des Frontends, das zumeist sogar mit weniger als 47 dB(µV) auskommt, nicht unterschritten wird, hat der Pegel keinen Einfluss auf die Signalgüte und BER und MER.

      michael55 schrieb:

      michael55 schrieb:

      Nein,
      weil im Kabel nur gedämpft werden kann, was vorher durch einen Verstärker verstärkt worden ist.
      Ich meine hier die Signalverstärkung im LNB, nicht einen zusätzlichen Verstärker.

      Das ist ein untauglicher Erläuterungsversuch in vermutlich berufsfremder Materie. Was aus einem LNB an Pegel heraus kommt, hängt primär von mehreren Faktoren ab
      • der EIRP des jeweiligen Satelliten-Transponders,
      • der Dämpfung auf der Übertragungsstrecke,
      • dem frequenzabhängigen Antennengewinn,
      • dem ehrlichen LNB-Rauschmaß bei realer Umgebungstemperatur
      • der jeweiligen LNB-Verstärkung
      • last but not least auch der Exaktheit der Antenneneinstellung
      ab.

      michael55 schrieb:

      Wenn die Dosen (vorher keine) neu sind ist das der Grund für die Dämpfung.

      Was vom LNB-Pegel noch am Teilnehmeranschluss ankommt, hängt von der frequenzabhängigen Komponentendämpfung ab. Im vorliegenden Fall einer Totalsanierung, bei der nur die CityCom-Antenne beibehalten wurde, ist auch diese Betrachtung zu schlicht, zumal es auch Sternleitungen ohne ESD 30 gibt.

      michael55 schrieb:

      Eine Leitungsdämpfung ist unerheblich, nur die Qualität ist entscheidend.
      Wird der Threshold des Frontends unterschritten, ist die Dämpfung der Leitungen und sonstigen Komponenten nicht mehr unerheblich.

      michael55 schrieb:

      Die Antenne sollte bei schlechtem Wetter optimal ausgerichtet werden.
      So wie es dasteht, soll man Antennen bei Regen oder Gewitter ausrichten? Das war hoffentlich nicht so gemeint. :)

      Dipol schrieb:


      Weil wir bei mykathrein sind, ein (nicht ganz korrekter) O-Ton aus KATHREIN-Seminaren: Es gibt keine Enddose.

      ... danke für die Richtigstellung. Mit der Bezeichnung der Teile dürfte jedoch eindeutig sein, was in der Anlage verbaut wurde.

      Mir geht es auch gar nicht so um die fachliche Erläuterung einer Anlage,
      meine Frage ist kurz und präzise:

      Warum haben die Kathrein-Komponenten eine höhere Dämpfung als die Komponenten eines anderen Herstellers
      und hat es Vorteile, wenn die Dämpfung in einer Antennenanlage eher höher ist.
      Mit der höheren Dämpfung wird das Signal schwächer,
      die Qualität wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt (oder sehe ich das falsch).

      An der Anlage ist ein UFS 925 angeschlossen und hier im Forum glaube ich gelesen zu haben,
      dass UFS 925 relativ hohe Ansprüche an das Antennen Signal stellt.

      Der Hintergrund meiner Frage ist,
      was ist wichtiger beim Signal, das am Gerät ankommt,
      eine hohe Signalstärke oder eine (möglichst) gute Qualität des Signals.

      Das eine schließt ja wohl das andere nicht aus.
      UFS 925 | gekauft: Okt 2013| Firmware 1.10 B254|
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      Der Computer ist kein Wunder, er arbeitet nur deshalb so schnell, weil er nicht denkt.

      frisco schrieb:

      Warum haben die Kathrein-Komponenten eine höhere Dämpfung als die Komponenten eines anderen Herstellers

      Eine höhere Dämpfung in der Antennendose ist in einer besseren Trennung und Entkopplung der einzelnen Anschlüsse untereinander und vom Empfänger zurück ins Kabel/Hausanlage begründet.
      Kurz - wenig Dämpfung = Geräte können sich untereinander stören.
      Höhere Dämpfung = die Dose versucht diese Störungen zu unterbinden.
      Bei den Kathreindosen sprechen wir aber auch nur von 4dB was gegenüber 1-2 dB auch nicht die Welt ist.

      frisco schrieb:

      Mit der höheren Dämpfung wird das Signal schwächer,
      die Qualität wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt (oder sehe ich das falsch).

      Richtig. Zumindest so lange bis ein gewisser Mindestpegel nicht unterschritten wird.
      Es ist so, daß es gewisse Richtwerte gibt was für ein Pegel am Tuner ankommen dürfen. Der Tuner regelt diesen dann intern runter (macht sich unempfindlich/taub) oder stellt seine Verstärkung bei zu niedrigem Pegel hoch.
      Erstes, also zu viel Pegel lässt sich "auf natürlichem Weg" also durch Kabel und Komponenten viel besser und ohne Qualitätseinbuße anpassen als in einem Tuner. Drum, zu viel und auch an der Obergrenze des "erlaubten" sind immer kontraproduktiv und schlechter als ein schwacher aber noch normgerechter Pegel.
      Bestes Beispiel sind z.B. Samsung Geräte. Der Tuner macht bei einem Normpegel im oberen Bereich komplett dicht und empfängt "fast" nichts mehr. Hier setze ich regelmäßig ein Dämpfungsglied Kathrein ERE02 mit 12dB ein.

      frisco schrieb:

      was ist wichtiger beim Signal, das am Gerät ankommt,
      eine hohe Signalstärke oder eine (möglichst) gute Qualität des Signals.

      Siehe oben. Interessant ist "einzig" die Signalqualität! bei perfekter Signalqualität kann am Tunereingang auch deutlich weniger als der Mindestpegel anliegen und der Empfang ist fehlerfrei.
      Hingegen kann bei 100% Qualität aber eben über Normpegel kein Empfang mehr möglich sein.

      focki schrieb:

      ... Eine höhere Dämpfung in der Antennendose ist in einer besseren Trennung und Entkopplung der einzelnen Anschlüsse untereinander und vom Empfänger zurück ins Kabel/Hausanlage begründet. ....


      ... danke focki für die verständliche Erklärung.

      Das könnte auch die Lösung dafür sein, dass der UKW-Tuner (Yamaha TX 540), der an der ESD30 angeschlossen ist
      jetzt einen besseren Empfang aufweist als mit der alten Anlage.

      Mit der alten Anlage war der Empfang bei einigen Sendern verrauscht (oder übersteuert?) trotz gutem (starkem) Signal (ca. 25 km vom Sender entfernt).
      Dies ist nun bei der neuen Anlage mit gleicher UKW-Antenne (Rund-Dipol) und Ausrichtung nicht mehr der fall.
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      Der Computer ist kein Wunder, er arbeitet nur deshalb so schnell, weil er nicht denkt.

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